Gesundheitscoaching per App

Es hat was von Goldgräberstimmung. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein Hersteller aus dem medizintechnischen Bereich einen neuen elektronischen Helfer oder ein neues Messgerät – natürlich vernetzt mit Smartphone und Computer – präsentiert. Die Daten vertrauen die Nutzer dann einer Cloud an, und die wenigsten Nutzer wissen, auf welche Server die Datenwolke seine Daten treibt, wo die sich befinden, welches Datenschutzrecht dort gilt und ob und wenn ja wie die Daten von Dritten noch genutzt werden.

Der Trend zur Selbstvermessung durch Wearables ist ungebrochen und steht noch am Anfang, wir messen nicht nur die Anzahl der zurückgelegten Schritte, die Herzfrequenz und die Schlafphasen, wir teilen diese auch in sozialen Netzwerken mit unseren „Freunden“. Auf diesen Trend setzt nun auch der Hersteller Philips. Der will sich zukünftig auf den Bereich Health und Technologie konzentrieren und in diesen Segmenten wachsen. Im Gegensatz zur Fitnessbranche geht es Philips eher um Geräte zur Gesundheitsüberwachung für gefährdete oder bereits erkrankte Menschen: Geräte wie automatisch sendende Blutdruckmessgeräte, Waagen, Thermometer oder auch eine Gesundheitsuhr werden auf den Markt kommen.

Herzstück ist eine Cloud, die gemeinsam mit dem amerikanischen IT-Anbieter Salesforce betrieben wird. Dort werden die Daten gesammelt und analysiert. Nach eigenen Angaben überwacht der Konzern bereits heute Gesundheitsdaten von 250 Millionen Patienten aus Krankenhäusern weltweit. Doch es soll nicht beim reinen Sammeln der Daten bleiben. Ziel seien konkrete Hinweise und Gesundheitscoaching für gefährdete Patienten. Philips befindet sich hier in guter Gesellschaft: zahlreiche Hersteller versuchen derzeit die wachsenden technischen Möglichkeiten für Patienten nutzbar zu machen. Ein Herzpatient, dessen Schrittmacher überwacht oder ein Diabetiker, dessen Blutzuckerspiegel überwacht wird, wird dankbar sein. Andere chronisch kranke oder gefährdete Menschen werden ebenso dankbar sein, wenn Technik ihnen Sicherheit gibt. Auch lassen sich mit Hilfe der elektronischen Geräte Patienten überwachen, die in ländlichen Bereichen leben, wo der Facharzt häufig weit entfernt ist.

Bleibt die regelungsbedürftige Frage nach der Sicherheit der Daten. Ein Patient muss darauf vertrauen dürfen, dass seine Gesundheitsdaten nur einem Kreis zur Kenntnis gelangt, der ihm bekannt ist. Dies gilt für digitale Daten genau so wie für analoge. Hier ist der Gesetzgeber genau so gefragt wie die Anbieter, sonst wird bei allen technischen Möglichkeiten die Skepsis überwiegen.

Schreibe einen Kommentar