Guter Schritt für mehr Transparenz – Glaxo-Smithkline will nicht mehr für Arztvorträge zahlen

Patienten wünschen sich, dass sich ihr Arzt ein unabhängiges Urteil über die notwendige Therapie bildet. Aber wie unabhängig sind Ärzte und Gesundheitsdienstleister, die sich von Pharmakonzernen für Vorträge bezahlen lassen und die zu Kongressen fahren, die von der Industrie maßgeblich gesponsert sind, um die Kongresskosten für die Teilnehmer möglichst gering zu halten?

Einen Schritt in die richtige Richtung geht jetzt der Pharmahersteller Glaxo-Smithkline: zukünftig soll es keine Honorare für referierende Ärzte mehr geben. Bisher gab es für Vorträge nach Angaben des Unternehmens maximal 1500 Euro für einen Vortrag. Die Initiative des Pharmaherstellers passt in die Landschaft. Ab 2016 sollen nach einem Transparenzabkommen der europäischen Pharmaverbände und des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller dann auch Honorarzahlungen, Sponsoring von Kongressen und Zuwendungen an Organisationen von den jeweiligen Herstellern veröffentlicht werden. Ob das dazu führt, dass der Versuch der Einflußnahme über diese Kanäle zurückgeht, bleibt abzuwarten. Immerhin geht es um Umsatz und Marktanteile. Bei Glaxo-Smithkline sollen jetzt statt externe Mediziner verstärkt eigene Mitarbeiter referieren. Bleibt abzuwarten, ob sich das Sponsoring andere Kanäle sucht oder zurückgefahren wird. Noch bleibt die Pharmaindustrie ein schwieriges Feld für Compliance.

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