Unterscheidung der Geister

Timotheus Höttges, Vorstandschef der Telekom AG, hat am 20.12.2016 im Interview mit dem „Handelsblatt“ einen bemerkenswerten Satz gesagt: „Wer anfängt, sich über repräsentative Gebäude Gedanken zu machen, hat schon begonnen, sein Geschäft zu vernachlässigen.“

Richtig: schöne und durchaus repräsentative Gebäude sind nur eine Fassade, ersetzen aber niemals das, worum es im Geschäft eigentlich geht: um ein Produkt oder eine Dienstleistung für (!) einen Kunden. Das Geschäft in den Mittelpunkt zu stellen, heißt, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, ohne Wenn und Aber. Denn wer seinen Kunden und dessen Nutzen nicht dienen möchte hat seine Existenzberechtigung verloren. Da helfen dann auch keine repräsentativen Gebäude und Fassaden. Bei näherer Betrachtung wirken diese dann wie Potemkinsche Dörfer und damit unglaubwürdig.

Selbstverständlich hat Ästhetik auch seine Berechtigung. Selbstverständlich wirkt eine schöne Arbeitsumgebung förderlich für das Wohl der darin tätigen Menschen. Doch darauf kommt es nicht an. Es kommt immer zuerst darauf an, den Nutzen des Kunden zu mehren. Das ist eine Haltungsfrage – und das merkt der Kunde, dem im Zweifelsfall repräsentative Firmengebäude egal sind.

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