Wenn Recruiting auf die Praxis trifft

„Wir stellen jede Fachkraft ein, die die Qualifikation mitbringt“. Das meinte kürzlich ein Geschäftsführer in einem Ballungsraum im Gespräch, „wir können uns gar nicht leisten, da genauer hinzusehen“. Was der Geschäftsführer meint: In vielen Regionen ist der Arbeitsmarkt so leer, dass Kliniken und Pflegeunternehmen fast nur noch auf formale Qualifikationen sehen – und hoffen, dass die fachliche Qualifikation, das Miteinander, die Zusammenarbeit und das Engagement dann auch stimmt.

Doch nicht immer sind die internen Antennen so geschärft, dass die internen Systeme und Prozesse funktionieren, wenn Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber suchen. 

„Unfassbar“, findet es eine Pflegefachkraft mit Weiterbildungen zur Praxisanleiterin und Wundmanagerin, die sich wegen eines familiär bedingten Wohnortwechsels bei fünf Kliniken für eine Teilzeitbeschäftigung mit 30 Stunden per Mail und über Bewerberportale der Unternehmen beworben hat.

  • Von den fünf Kliniken hat sich eine Klinik gar nicht gemeldet. 
  • Eine hat vier Wochen benötigt (die PDL war in der Reha).
  • Eine weitere hat nach 8 Tagen einen Gesprächstermin mit der PDL in weiteren 10 Tagen angeboten („so viel zu tun“). 
  • Die Personalabteilung aus der Zentrale eines überregionalen Trägers hat sich erkundigt, ob die Fachkraft zunächst nicht doch mit 20 Stunden einsteigen würde. 

Aber eine Personalleitung hat direkt am Tag des Bewerbungseingangs angerufen und zum Gespräch für den nächsten Tag eingeladen. Das Gespräch war so erfolgreich, dass die Fachkraft eine Woche später dort begonnen hat – und bisher nach eigener Aussage „sehr zufrieden“ ist. 

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