Wenn Vorsätze sich in Luft auflösen – Was bleibt für 2016?

Der erste Monat des Jahres 2016 ist vorbei, die guten Vorsätze von Beginn des Jahres noch in Erinnerung, das Jahr hat seinen Rhythmus aufgenommen. Was ist aus den – guten – Vorsätzen geworden? Wer immer noch aus dem Hamsterrad des Ewiggleichen aussteigen möchte – die guten Vorsätze liegen ja noch keine vier Wochen zurück -, dem bleibt immer noch Zeit, sich das in Erinnerung zu rufen, was die persönliche Bilanz des Jahres 2015 ergeben hat. Vielleicht haben Sie auch die Erfahrung gemacht, dass Sie gerne Ihre liebgewonnenen Gewohnheiten pflegen, Ihre persönliche Komfortzone durchaus angenehm für Sie ist. Nichts gegen Komfortzonen mit Wohlfühlcharakter, sie sind wichtig für unsere persönliche Work-Life-Balance. Was aber, wenn die Komfortzone zur unbehaglichen Zone geworden ist oder unbehaglich zu werden droht?

Wie sieht Ihre persönliche Change-Geschichte für 2016 aus? Was hat Ihre Bestandsaufnahme ergeben? Wenn Sie sich entschieden haben so weiter zu machen wie in 2014 und 2015 und vielleicht auch in den Jahren davor, und das für Sie so in Ordnung war und auch so bleiben soll, dann hören Sie einfach auf zu lesen und widmen Ihre Lese- und Lebenszeit einem anderen Kapitel. Sollten Sie aber immer noch für das Jahr 2016 Ihren persönlichen Hebel suchen – und ihn noch nicht gefunden oder wieder aus dem Blick verlorenhaben – ist das weiterhin nicht schlimm, es bleiben Ihnen noch mehr als elf Monate für Ihren persönlichen Change-Prozess.

Warum fällt es uns eigentlich so schwer, das, was wir im Berufsleben immer wieder mit hoher Professionalität tun, für uns selbst umzusetzen? Auswege aus Hamsterrädern gibt es viele, es gilt sie nur zu finden.

Ohne Ziel kein Weg

Zunächst: klären Sie Ihr Ziel. Es ist wie immer im Leben: wer das Ziel nicht klar definiert, verstrickt sich im Aktionismus, fühlt sich dabei vielleicht auch noch wohl, kommt aber nicht an. Und wer das Ziel nicht definiert, wird die Richtung nie finden. Ernüchterung und Frustrationen setzen später ein. Ende der Vorstellung. Wer sich aber für eine saubere Zielfindung Zeit nimmt, das eigene Gedankenkarussell anhält, sich die im Kopf gewussten Themen in Bezug auf seinen persönlichen Veränderungswunsch bewußt macht, hat den ersten Schritt getan. Hilfreich dabei sind im nächsten Schritt die Definition von (wenigen) Zielerreichungsmerkmalen: woran merken Sie, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben? Dann beginnen Sie sich gedanklich neu auszurichten.

Nun kann es eigentlich losgehen. Schauen Sie sich Ihr „System“ im Hinblick auf Ihre Zielsetzung an. Welche Themen spielen noch mit rein, welche Personen sind zu beachten und nehmen Einfluß? Welche Motive verfolgen diese? Sie könnten zum Beispiel eine persönliche SWOT-Analyse im Hinblick auf das von Ihnen gesetzte Ziel machen. Die SWOT-Analyse hat sich in Veränderungsprozessen seit Jahren bewährt und kann ein ausgesprochen hilfreiches Werkzeug sein. Warum Sie das tun sollten: nun, eine systematische Basis erleichtert Ihnen später die Ableitung von Maßnahmen und unterstützt Sie in einer wirkungsvollen Umsetzung.

Auf Umsetzung setzen

Schauen Sie zunächst auf das, was Sie im Hinblick auf das von Ihnen gesetzte Ziel gut können, Ihre Stärken (strenghts): Was läuft gut? Was sind meine Stärken? Worauf bin ich stolz? Was gibt mir Energie? Wo stehe ich derzeit?

Natürlich gibt es immer Dinge, die Ihnen nicht so leicht von der Hand gehen. Was sind Ihre Schwächen (weaknesses): Was ist für Sie im Hinblick auf das von Ihnen gesetzte Ziel schwierig? Gibt es Fallen oder Barrieren? Gibt es Störungen, die Sie behindern? Fehlt etwas? Was haben Sie bisher immer vor sich selbst und anderen beschönigt oder kaschiert? Wie haben Sie in der Vergangenheit persönliche Krisen gemeistert oder vielleicht ignoriert?

Nun haben Sie bereits einen guten Überblick und können die Chancen (opportunities) ihres persönlichen Veränderungsvorhabens gut in den Blick nehmen: Was sind Ihre Zukunftschancen, wenn Sie Ihre persönliche Zielsetzung umgesetzt haben? Können Sie dann etwas ausbauen? Gibt es dann Verbesserungsmöglichkeiten? Trösten Sie sich, nicht immer muss alles von Ihnen immer neu erfunden werden: Was können Sie aus dem Umfeld nutzen? Von wem können Sie lernen? Denken Sie wie ein Sportler in Potentialen: Wozu wären Sie fähig und was liegt bei Ihnen brach? Das erzeugt Wandel.

Chancen beflügeln. Bevor Sie jetzt ganz in den Flow abdriften, sollten Sie noch einmal die Risiken (threats) in den Blick nehmen, damit Sie realistisch an Ihren persönlichen Veränderungsprozeß rangehen.

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Wenn Sie jetzt ihre persönliche Veränderungsgeschichte strategisch planen, realistische Ziele setzen und sich für die kleinen und großen Erfolge belohnen, werden Sie schnell merken, dass Fortschritte erzielbar sind. Es geht vorwärts. Selbstverständlich darf es und wird es Rückschritte geben. Entscheidend wird sein, wie Sie damit umgehen, lassen Sie sich nicht entmutigen und überwinden Sie ihre inneren Widerstände und lassen Sie entschuldigen, warum was jetzt gerade nicht gehen soll möglichst nicht zu. Wenn diese Widerstände dazu führen, dass Sie reflektieren, wie Sie dennoch die von Ihnen gesetzten Ziele erreichen, um so besser. Belohnen Sie sich für Erfolge, denn jetzt sind Sie auf dem Weg zu den von Ihnen – und nicht anderen – gesetzten Zielen. Darauf können und dürfen Sie durchaus stolz sein. Sie werden merken, der Stolz wird Ihnen zusätzlichen Rückenwind verleihen. Wenn Sie Ihren persönlichen Weg konsequent verfolgen, werden Sie Ihre Ziele umsetzen. Und wenn Sie nicht mehr weiterwissen und Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen möchten, nehmen Sie sich einen Coach. Manchmal braucht es Impulse von außen.

Es ist wie immer im Leben: jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

 

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