GKV erwirtschaftet rote Zahlen in 2015

Wer hätte das gedacht? Die Gesundheitskosten steigen auf breiter Front. Heute melden Handelsblatt und FAZ, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) das zweite Halbjahr 2o15 wohl mit einem Minus von 500 Millionen Euro abschließen wird. Damit dürfte feststehen, dass die Beiträge zur GKV für die Versicherten in 2016 auf breiter Front steigen. Offen ist derzeit, ob die Versicherten allein über die Zusatzbeiträge die Mehrkosten tragen sollen oder ob der hälftig von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanzierte Krankenkassenbeitrag von derzeit 14,6 angehoben wird. Da steht den Lobbyisten der jeweiligen Lager ein heißer Herbst und viel Arbeit bevor.

Schon jetzt beträgt der durchschnittliche von den Arbeitnehmern allein zu finanzierende Zusatzbeitrag 0,9 Prozent – elf von 123 gesetzlichen Kassen erheben aber schon heute einen höheren Zusatzbeitrag.

Da tröstet es, wenn das Bundesministerium für Gesundheit „die deutsche Gesundheitswirtschaft (als) eine dynamische Wirtschaftbranche mit hoher Innovationskraft und erheblicher ökonomischer Bedeutung für den Standort Deutschland“ ansieht. Von der reinen Leistungsfähigkeit für die Patienten ist das Gesundheitssystem in Deutschland top, dafür zahlen die Versicherten aber einen hohen Preis. Die Kernfrage bleibt: können und wollen die Deutschen sich vor dem Hintergrund einer stark alternden Gesellschaft und einer immer leistungsfähigeren Medizin sich diese Entwicklung weiter leisten. Es ist und bleibt Aufgabe der Politik genau diese Diskussion zielgerichtet und ergebnisoffen zu führen, wenn zwangsläufig gedeckelte Kosten nicht zu verdeckter oder offener Rationierung, immer höheren Eigenbeiträgen der Versicherten und nicht aufwandsdeckenden Erlösen für die Anbieter führen sollen.

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